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Freitag, 12. Februar 2010
Freie Wohlfahrtspflege verwahrte sich bereits im Jahr 2007 gegen Vereinnahmung durch Herrn Minister Laschet!
Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass die Freie Wohlfahrtspflege das KiBiz mit getragen habe.
In einer Presseerklärung vom 24.10.2007 hatte die Freie Wohlfahrtspflege erklärt nach einer Einlassung des Ministers bei einer Veranstaltung in Gütersloh erklärt:
Die Landesregierung ist Initiatorin des Gesetzes, nicht wir. Mit dem KiBiz ist der große Wurf nicht gelungen. Unsere Verbesserungsvorschläge zur Förderung von Kindern unter 3 Jahren sind nicht aufgegriffen worden. Bei den Elternbeiträgen sei eine Schieflage vorhanden. Die Regelungen für Kinder mit Behinderungen sind unzulänglich. Der Vorschlag zu einer Übergangsregelung ist nicht aufgegriffen worden.
Für Schieflagen .... haftet die Landesregierung, lautete die abschließende Feststellung des Vorsitzenden.
Gut, dass diese Klarstellung am Tag der 2. Lesung erfolgte und auch in der Debatte angesprochen werden konnten. Aber warum die Freie Wohlfahrtspflege den Konsens mit der unzulänglichen Finanzierungsregelung überhaupt mit getragen und erneut in einer geringfügig modifizierten Fassung mit dem Einrichtungsbudget erneut vorgeschlagen und damit der Landesregierung ein Entgegenkommen auf einem unzulänglichen Niveau ermöglicht hat, ist ein Mangel, den Kinder, Erzieherinnen und Träger zukünftig zu tragen haben.
Donnerstag, 11. Februar 2010
AWO: Kein gutes Haar an KiBiz
In einer Teilbelegschaftsversammlung der AWO im Ennepe-Ruhr-Kreis wurde das seit 1 1/2 Jahren geltende KiBiz bewertet:
Die bereits bei der Beratung befürchteten negativen Auswirkungen haben sich bestätigt.
Kritisiert wurde dabei u.a., dass trotz der zutreffenden Einschätzungen, den Beteiligten eine solche Situation überhaupt zugemutet wurde, dass Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander klaffen und Kinder, Eltern und Erzieherinnen die Auswirkungen tragen müssen, dass die Pauschalen nicht passen und dass das KiBiz nicht das Ziel einer besseren U-3-Betreuungsquote erreicht hat.
Dass die unzulänglichen Regelungen des Gesetzes die Gemüter erregen, wird so lange bleiben, bis das Gesetz endlich verbessert oder ganz ersetzt wird.
Mittwoch, 3. Februar 2010
Bertelsmann: Schlechte Noten für Bildung im Kindergarten
"Die frühkindliche Bildung ... leidet ... erheblich an der schwachen Personalausstattung."
Dies ist die Feststellung der heute (3.2.2010) veröffentlichten Studie der Bertelsmannstiftung. Kein Bundesland erreiche den empfohlenen Personalschlüssel von 7,5. Zu dem Ergebnis kommt die Stiftung nach einer Sonderauswertung des Länderreports. Für NRW wird ein Betreuungsschlüssel von 1 : 9,1 festgestellt. Der Durchschnitt liegt bei 1:9,2.
Das Ergebnis macht grundsätzlich deutlich, dass eine zentrale Voraussetzung für eine angemessene Begleitung der Kinder, nämlich der Personalschlüssel, immer noch zu schlecht ist. Die Darstellung macht aber nicht deutlich, dass in NRW mit dem KiBiz die Bedingungen sogar noch verschlechtert wurden.
Es wird auch nicht deutlich, dass dieses Verhältnis noch nichts über die tatsächliche Realität aussagt, da in anderen Studien darauf aufmerksam gemacht wird, dass die Abwesenheitszeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei etwa 40 % liegen. Pausen, Krankheit, Urlaub und die Zeiten für die mittelbare pädagogische Arbeit müssen abgezogen werden, so dass in der Praxis das reale Verhältnis Mitarbeiterinnen : Kinder noch wesentlich ungünstiger ist!
Freitag, 15. Januar 2010
Solingen: Kündigung von Mitarbeiterinnen einer Elterninitiative durch das KiBiz provoziert!
In der Berichterstattung der Solinger Tageblattes wird deutlich, dass zwei Mitarbeiterinnen einer Elterninitiative im Zusammenhang mit den Bemühungen des Vorstandes, Personalkosten zu sparen, "gefeuert" wurden.
Da der Vorstand Sorge hatte, mit den KiBiz-Pauschalen auch wegen der Tariferhöhungen nicht auszukommen, sollten alle 6 Erzieherinnen nicht mehr nach dem TVöD, sondern Hausverträge erhalten, in denen keine Tariferhöhungen und z.B. keine Sonderzahlungen mehr vorgesehen waren.
Dass die durch das KiBiz geschaffene Situation auch andere Vorstände veranlasst hat, Mitarbeiterinnen zu kündigen, bestätigte ein Mitarbeiter des Paritätischen.
Damit wird deutlich, dass die Suppe der unzulänglichen Finanzierung des KiBiz (Dies liegt u.a. daran, dass die Pauschalen sauf den Personalkostendurchschnittswerten des Jahres 2005 berechnet wurden.) von Mitarbeiterinnen "ausgelöffelt" werden muss, wenn der Träger z.B. bei besonderen Situationen eine Sonderfinanzierung des Jugendamtes nicht beantragt und gegebenenfalls nicht erstreitet!
Freitag, 8. Januar 2010
Evangelische Kirche fordert Verbesserung der Qualität
In der Pressemitteilung der Evangelischen Kirche im Rheinland vom 23.12.2009 werden mehr Finanzmittel für die Verbesserung der Qualität und der Quantität für die Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen gefordert.
Die Situation zur Festsetzung der Elternbeiträge sei ein Skandal, da damit die Zugänge zum Bildungssystem erschwert werden. Es können nicht sein, dass einige Kommunen auf Elternbeiträge verzichten, während andere Kommunen, denen es finanziell nicht zu gut geht, dies nicht dürften.
Bund und Länder seinen in der Verantwortung für bessere Bedingungen zu sorgen.
Dies ist zwar schon häufig beschrieben worden. Hoffentlich kommt es jetzt bei "der Politik" auch an!
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