 |
... mit dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz)
Das Gesetz wurde am 25.10.2007 durch die Regierungskoalition in 3. Lesung beschlossen. Vielfältige Hinweise im parlamentarischen aber auch in öffentlichen Veranstaltungen und Protestdemonstrationen, in denen auf vielfache Unzulänglichkeiten der vorgesehenen Regelungen und befürchtete Verschlechterungen aufmerksam gemacht wurde, blieben unberücksichtigt.
Da die Auswirkungen der Neuregelung weder simuliert noch vorher erprobt wurden, ist die vorgesehene Umsetzung als eigentlich unverantwortlicher "Feldversuch" anzusehen, bei dem u.U. Beeinträchtigung des Wohls der Kinder entstehen können und die Bedarfslage von Eltern nicht zureichend berücksichtigt werden kann. Negative Folgen für Mitarbeiterinnen, Träger, Kommunen und andere Beteiligte zeichneten sich bereits im Vorfeld ab.
Damit die tatsächlichen Wirkungen, die sich aus dem Gesetz ergeben, transparent werden, sollen diese erfasst werden. Dies sollte neben allen (positiven und negativen) Auswirkungen für Kinder u.a. auch alle Aspekte umfassen, die sich für Eltern, Mitarbeiterinnen, Träger und Jugendämter herausgestellt haben.
Diese Seite wird laufend aktualisiert, so dass sie damit auch als Spiegel für die zu erwartenden Erfolgsmeldungen der Landesregierung zum Kinderbildungsgesetz dienen kann.
Ihre Einschätzungen können Sie auf dieser Seite im Rahmen eines moderierten Eintrags veröffentlichen. Bitte geben Sie immer Ihren Namen und Kontaktdaten an. Anonyme Beiträge werden nicht auf dieser Seite eingestellt.
|
 |
 |
19.09.2009 - Michel Mathevet
Gibt es "arme Träger", die sich aufgrund der, wegen der TVöD Entwicklung, entstandene "atypische" Situation, mit den Jugendämter rechtlich auseinandergesetzt haben ? Erfahrungen darüber wurde mich, als Erzieher in einer Elterninitiativ, interessieren.
12.03.2009 - Frank Berber
Dieses Gesetz ist der blanke Hohn. Nicht nur, dass die Betreuung der Kinder schlechter wird, da notwendige, finanzielle Mittel nicht die vorhandenen Kosten decken, nein, es werden Kinderpflegerinnen dazu genötigt, eine weitere, berufsbegleitende und mehrjährige Ausbildung zur Erzieherin zu machen. Der Gesetzgeber unterstellt damit den Kinderpflegerinnen, die tatsächlich auch in der Kinderpflege (insbesondere für Kinder unter 3 Jahren) ausgebildet wurden und jahrelange Berufserfahrung haben da facto Inkompetenz per Gesetz. Kann man Politikern auch eine Zwangsausbildung per Gesetz verordnen? Einigen täte dies ganz gut.
20.11.2008 - Christel Ansperger
Ich bin Leiterin einer Kita. Seit vielen Jahren betreuen wir Kinder unter 3 in zwei kleinen altersgemischten Gruppen. Durch KiBiz mussten die zwei langjährigen Kinderpflegerinnen gehen - ersatzlos! Das ist für das Team und vor allem für die Kinder ein unglaublicher Einschnitt. Die gute Qualität in der (Beziehungs-)arbeit mit den Kindern muss unweigerlich absinken. Die Landesregierung brüstet sich mit dem Ausbau der U3-Plätze. Wann werden sie endlich begreifen, dass zur Quantität auch Qualität gehört? Und die kostet Geld - eine Investition in die Zukunft! Eine dritte Kinderpflegerin arbeitet noch in Gruppenform 3 in unserem Haus. Diese hat sich auf den schweren Weg einer externen Prüfung zur Erzieherin gemacht, damit sie ihren Arbeitsplatz auf Dauer sichern kann. Hut ab vor der Leistung, die sie da erbringen muss!
22.08.2008 - jörg schless
Hier haben die Bildungsinstitutionen mal wieder erfolgreiche Lobbyarbeit geleistet. Meine Freundin muss als Kinderpflegerin eine ca. 2-jährige Weiterbildung zur Erzieherin machen. Begründung lt. Kibiz: Grrrrrrrrrrrrr Weil demnächst unter 3-jährige Kinder in den Kiga kommen und ihre Ausbildung angeblich nicht auf diese ausgelegt ist. Das Gegenteil ist der Fall: die Erzieherinnen haben in ihrer Ausbildung viel weniger mit diesem Alter zu tun als meine Freundin (zur Erinnerung: kinderpflegerin).Trotzdem muss Sie jetzt genau mit dieser Begründung eine lange Abendschulausbildung usw. über sich ergehen lassen. Also ich geh demnächst gar nicht mehr Wählen, weil die Politiker meiner meinung nach nur noch auf Geheiss von "lobbyisten" Gesetze beschliessen und Keine spezifischen Kenntnisse besitzen - außer: Eigenwerbung und Selbstdarstellung. Uns reichts!!!
21.05.2008 - Andrea Stehr
Wir gehören zu den Betroffenen, die aus einer Kindertageseinrichtung hinaus geworfen werden. Wir wurden im Sommer 2007 in die Niederlande versetzt, und machten uns auf die Suche nach einem Kindergarten. Eine Warnung in Bezug auf Kibiz und ausländischem Wohnort haben wir damals nicht bekommen, dafür aber im April diesen Jahres die Kündigung! Unsere Tochter hat sich (leider) sehr gut eingewöhnt, und möchte den Kindergarten nicht mehr verlassen. Dies war für mich Anlass verschiedene Stellen zu kontaktieren: Träger, Jugendamt, Landesministerium, Bundesministerium, Bundestag (Kinderkommission) und bekam überall die gleiche negative Antwort.
Eines aber ist sicher: nämlich, dass es durchaus möglich ist, als "Ausländer" den §1 zu umgehen: Mit dem nötigen Kleingeld von etwas mehr als 6.000 EURO (Höhe der Kindpauschale) dürfen wir bleiben!!!
14.04.2008 - Petra Buron
Wir haben unseren Sohn für diesen Sommer im Kindergarten unserer Wahl angemeldet.
Wie verlangt haben wir das Formular zur Feststellung des Betreuungsbedarfes ausgefüllt und abgeschickt.
Diese Formulare an sich sind schon eine Frechheit. Wenn unsere Kinder im Kindergarten betreut sind, möchte ich mich wieder nach einer Arbeitsstelle umsehen. Da ich mich aber erst bewerben kann, wenn wir die Betreuung haben, kann ich kaum am Anfang des Jahres wissen, welchen Betreuungsrahmen wir brauchen. Ein Wechsel im laufenden KiGa-Jahr ist nicht möglich. Ergo muss ich entweder meine Kinder von vorherein für die vollen 45 Stunden anmelden, diese zahlen und auch nutzen, auch wenn ich sie vielleicht Monate lang nicht brauchen werde oder aber ich bin in den Chancen auf einen Job extrem eingeschränkt. Wenn ich zu Hause bin, gebe ich meine Kinder doch nicht den ganzen Tag in Fremdbetreuung - ja, es gibt sie noch, die Eltern, die sich um ihre Kinder selbst kümmern wollen!
Anfang März hatten wir eine inoffizielle Zusage seitens des Kindergartens... einen Monat später sah die Sache völlig anders aus. Dank Kibiz wurden dem Kiga weniger Kontingente zugesprochen, sprich es fallen Plätze weg - und damit auch unserer.
Würde nun wenigstens der Betreuerschlüssel besser werden, könnte ich noch sagen: "OK, da werden unsere beiden dann ja auch von profitieren", aber weit gefehlt - die Leiterin sagte ganz klar, dass sich die wegfallenden Plätze auch auf die personelle Situation auswirken werden.
Im Kindergarten einer Bekannten fällt durch das neue Gesetz eine von drei Gruppen komplett weg - auch hier werden natürlich entsprechend Stellen gekürzt, mal davon abgesehen, dass die Räumlichkeiten künftig zu groß und mittelfristig zu teuer sein werden.
01.04.2008 - Johannes Reissen
Bisher besteht unsere Kita aus 2 kleinen altergemischten und einer großen altersgemischten Gruppe, 9 Vollzeitstellen für Erzieher/Ergänzungskräfte, 1 friegestellte Leitung und 2 Berufspraktikanten ( 3 wären möglich).
Zum Sommer 2008 werden uns 12 Schulkinder verlassen müssen, dafür kommen etwa 10 Kinder unter 3 Jahre dazu. Dabei haben wir hier in Aachen noch Glücke dass wir 2 Krabbelgruppen a 10 Kinder und 2 Kindertagesstättengruppen (3-6 Jahre) haben dürfen. Andere Einrichtungen müssen bei ihrer bisherigen Belegung bleiben.
Die Pauschalen reichen nicht aus um alles Personal zu halten, bei einer 2/3 Kraft wird der Vertrag zum Sommer nicht verlängert werden können. Trotzdem wird es finanziell sehr eng, der Träger ist aber bereit für das erste Jahr dieses Risiko zu tragen.
Die jetzt verhandelte Tariferhöhung wird für uns die Konsequenz haben, dass wir mindestens eine Anerkennugspraktikantenstelle nicht mehr besetzten können oder diese zum Nulltarif arbeiten muss/müssen.
Weiterhin unklar ist die Regelung für die "Ortsfremden" Kinder. Zwar hat der Stadt die Übernahme der Kosten in Aussicht gestellt, eine endgültige Zustimmung für jeden "Einzelfall" wird aber erst Ende Juni erteilt.
01.01.2008 - Michel Mathevet
Eine Idee, um den Protest gegen KiBiz weiter zu führen.
Wir wissen es: ab August 2008 werden die Bedingungen für eine sinvolle pädagogische Arbeit schlechter. Die Protest-Idee wäre die folgende: statt die Verschlechterungen in der ganzen Betreuungszeit der Einrichtung zu „verdünnen“ sollte man sie in geplanten KiBiz-Tagen konzentrieren. An solchen Protest-KiBiz-Tagen gäbe es nur eine minimal Betreuung. Dadurch würde die Bedeutung von KiBiz immer wieder verdeutlicht, durch Koordination zwischen mehreren Einrichtungen könnte man die Aufmerksamkeit der Medien regelmäßig erwecken.
14.12.2007 - Armin Küll
Für Kinder aus anderen Landkreisen wird keine Finanzierung mehr bereitgestellt. In einem Gespräch mit unserem Bürgermeister und Mitarbeitern des Jugendamtes wurde uns dargelegt, das wir Kinder aus anderen Landkreisen nicht mehr aufnehmen dürfen. Dies ist für uns ein Problem, da wir sowohl in Stadtrandlage zu Bonn, als auch die Gemeinde Grafschaft in Rheinland-Pfalz nur ein paar Kilometer von unserem Kiga entfernt liegt. D.h der Einzugsbereich für unseren Kiga wird enorm eingeschränkt, z.Zt. haben wir sieben Kinder aus Bonn und eins aus RLP, die wir möglichst schnell durch "Gemeinde-Eigene" Kinder ersetzen müssen. Wenn wir uns an diese Vorgaben halten müssen wir 1 Kind das gerade erst bei uns angefangen hat, zum nächsten Kiga-Jahr wieder "rausschmeißen", was natürlich nicht in Frage kommt. Und für die Eltern der Bonner Kinder bedeutet das, das sie jetzt schon wissen, das die kleineren Geschister der jetzigen Kinder bei uns nicht mehr aufgenommen werden dürfen, was sie bezgl. des jetzt im Kiga weilenden Kindes natürlich ins Grübeln bringt ob man dann nicht schon jetzt den "Schnitt" ansetzt.
Hier klicken, um einen Eintrag zu schreiben
1 2 Weiter
|
 |