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... und Empfehlungen zur Durchführung von Feststellungsverfahren und der Sprachförderung von Kindern

In einem gemeinsamen Schreiben haben das Schul- und das Generationenministerium u.a. allen Fachkräften in Tageseinrichtungen für die Mitwirkung gedankt. Dabei ist das Ministerium davon ausgegangen, dass mit dem Verfahren bereits für die Sprachförderung ein wichtiger Schritt erfolgt sei.

Wie sehen die tatsächlichen Wahrnehmungen und Erfahrungen aber in der Praxis unmittelbar aus?

Waren die Bedingungen für die Durchführung überhaupt so, dass alleine durch den 1. Test in der Einrichtung die Sprachförderung gefördert wurde?

Wird das Verfahren und die in Aussicht gestellte Förderung von 340 € überhaupt als passend angesehen, um alle Kinder und Kinder mit besonderem Förderbedarf entsprechend unterstützen zu können?

Wie wird die Veränderung im Bildungsverständnis, dass sich in der Bildungsvereinbarung die Kompetenz der Erzieherinnen durch Beobachtungen ausdrückte durch die Einführung von Tests in schulischer Verantwortung im Elementarbereich eingeschätzt?

Welche Vorschläge zur zukünftigen Feststellung des Sprachstandes und der Sprachförderung von Kindern im Elementarbereich haben Sie?

Ihre Einschätzungen sollten Sie dem Ministerium zur Verfügung stellen. Der Ansprechpartner aus dem Dankschreiben ist Herr Klaus Schäfer (klaus.schaefer@mgffi.nrw.de). Ihre Einschätzungen können Sie auf dieser Seite im Rahmen eines moderierten Eintrags veröffentlichen. Bitte geben Sie immer Ihren Namen und Kontaktdaten an. Anonyme Beiträge werden nicht auf dieser Seite eingestellt.



16.05.2009 - steffi F
die schüchternen Kinder kommen in die Sprachförderung... der Test ist total an den Kindern vorbei entwickelt worden. Trifft genau die Falschen!! Dafür werden unsere Steuergelder ausgegeben! Kindergärten erhalten 340 EUR und es werden Kinder "gefördert" die super sprechen...

15.10.2007 - herbert
ich bin auch mit dem ganzen nicht einverstanden.meine tochter ist 4 und besucht keinen kindergarten.umzug alles voll etc.!
das beste daran ist das meine tochter bei dem 2 test nicht nur ein wort gesagt hat sondern einen ganzen satz.was aber falsch war.die lehrerin sagte sie sein der meinung meine tochter bräuchte keinen förderbedarf.hat den test nach 10 minuten abgebrochen.da meine tochter keine lust hat.jeder verstehjt sie und wundert sich über ihren guten wortschatz.sogar ihren großen 8 jährigen bruder verbessert sie.ist doch wirklich alles sehr komisch.trotzem förderbedarf.
ich weiß nicht ob das alles so richtig ist!!!

30.07.2007 - Christine Joleit
Unsere Erfahrung aus Moers zu "Delfin 4":

Wir betreuen und fördern in unserem Kindergarten 80 Kinder. 40 Kinder kommen aus Familien mit Migrationshintergrund und haben eine andere Muttersprache und ungefähr 20 Kinder aus (wirklich) 'bildungsfernen' Elternhäusern. In den vergangenen Jahren erhielten wir zusätzliche Landesmittel für die Sprachförderung im Umfang für jeweils 1 Jahr für 20 Wochenstunden. 42 Kinder wurden so täglich in Kleingruppen (4-5 Kinder im geschützten Raum) durch eine zusätzliche Erzieherin gefördert. Die Schwerpunkte lagen im Bereich Wortschatzaufbau und Grammatik. Alle Kinder haben durch diese spezielle und kontinuierliche Förderung eine sehr gute Entwicklung gezeigt.

Nun wurde ein Teil unserer Kinder (3-4-jährige) getestet.
Aufgrund der guten Förderung und vor allem, weil zum einen die Aufgabenstellung des Tests äußerst fragwürdig war (erreichte Punktzahlen nonverbal durch Zeigen oder auch unrichtige Antworten), und zum anderen durch eine extrem niedrige Auswertungsmatrix (unter 29 von 184), werden wir, in einem Stadtteil mit 50% der Bevölkerung mit Migrationhintergrund, keine Fördermittel mehr erhalten.
Ich habe an allen Tests als Beobachterin teilgenommen und so einen deutlichen Eindruck gewonnen.

Wir sind bestürzt darüber, dass durch dieses Testverfahren nun die Sprachförderung entfällt!

20.06.2007 - Klaudia Müller
Das Sprachstandserhebungsverfahren hat nach meiner Auffassung viel zu viel Aufmerksamkeit und Zeit von Lehrern, Erzieherinnen und Eltern in Anspruch genommen, die allen Kindern letztlich gefehlt hat. In unserem Kindergarten fanden z.B. Waldspaziergänge und der Turnunterricht nicht mehr statt, weil die Kapazitäten der Erzieherinnen zur Bewältigung des schlecht vorbereiteten Verfahrens komplett beansprucht wurden. Ich finde es darüber hinaus als Mutter unverantwortlich, Kinder bewußt trotz massiver Kritik fachkundiger Verbände einem ungeeigneten Testverfahren auszusetzen. Mein Vertrauen in die Landesregierung ist durch das Verfahren, die Art seiner Durchführung und das Verhalten der beteiligten Minister in der Öffentlichkeit schwer geschädigt.

Klaudia Müller

P.S.: Nach meiner Auffassung lautet der Plural von Sobel zutreffend ebenfalls "Sobel" (siehe die Pluralbildung von Zobel oder Hobel) und nicht Sobeln wie in der Lösungsskizze vorgegeben. Aber diese Antwort ergab ja 0 Punkte, selbst wenn sie richtig wäre.....

18.06.2007 - Kindertagesstätte "Zaunkönig"
Die Eltern der Kindertagesstätte haben die Teilnahme an der1. Stufe des Sprachstandsfeststellungsverfahrens bewußt verweigert. Gemeinsam mit den Erzieherinnen haben Sie in einem Schreiben an das Projektteam der Universität Dortmund die Mängel am Material und der Durchführung des Verfahrens beschrieben.
Der Brief enthält kritische Fragen und Hinweise zur Berechnung der Fördersumme und deren Verwendung, zu den Kosten und Aufwand des gesamten Verfahrens.
Sprachförderung muß die individuellen Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen.
Voraussetzung für eine nachhaltige, sinnvolle Sprachförderung ist die differenzierte Wahrnehmung von Sprachdefiziten und das Erkennen der unterschiedlichen Ursachen.
Wir regen an, dass die Ursachen mangelnder Sprachkompetenz umfassender analysiert werden und wünschen uns die grundlegende Bearbeitung des Verfahrens unter Berücksichtigung der zahlreichen kritischen Anmerkungen.

(Er steht auf der Materialienseite zur Verfügung.)


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