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Alle Kinder, die an diesem Test nicht teilgenommen haben, weil sie keinen Kindergarten besuchen, an dem Tag z.B. wegen Krankheit abwesend waren, nicht teilgenommen haben oder nicht die Mindestpunktzahl erreicht haben, sollen durch den Einzeltest "Besuch im Pfiffikus-Haus" in der Schule getestet werden. Dabei sollen dann Defizite festgestellt, eine Förderbedarf benannt und eine Verpflichtung zur Teilnahme an einer Sprachfördermaßnahme ausgesprochen werden.
Unabhängig davon, dass der Sprachförderung im Rahmen der Gesamtförderung eines Kindes - vor allem auch in der Muttersprache - eine große Bedeutung zukommt, bestehen erhebliche Bedenken, ob das Verfahren überhaupt angemessen ist. Rückmeldungen aus der Durchführung machen deutlich, dass Kinder an dem Test mitmachen. Dieses Mitmachen kann auch darin bestehen, dass sie mit den Puppen etwas anderes machen oder nicht sprechen.
Ein Mädchen, dass nicht die notwendige Punktzahl erreichte und jetzt an dem Einzeltest teilnehmen soll, äußerte nach dem Test: "Quatschsätze sind sinnlos!"
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Dienstag, 9. Februar 2010
Experte des Forum frühkindliche Bildung fordert die Integration der Sprachförderung in den "Alltag"
Als einer der Experten des beim Bundesjugendministeriums bestehenden Forums fordert Prof. Hüther die Sprachförderung in das Alltagsleben zu integrieren. Er weist darauf hin, dass dazu bedeutsame Beziehungen der Kinder zu den Erwachsenen erforderlich sind. In den Tageseinrichtungen müssen interessante Erfahrungsräume zur Verfügung stehen und eine Begleitung durch Erwachse erfolgen, die selber sehr aufmerksam sein können.
Diese Beschreibung kann auch als Aufforderung verstanden werden, den ganzen Ballast mit den Alibi-Förderprogrammen sein zu lassen und die grundlegenden Bedingungen für das Leben der Kinder und das Zusammenleben mit den Erwachsenen zu verbessern.
Dienstag, 2. Februar 2010
Sprachförderung in NRW: Deutsch mangelhaft
In der Berichterstattung über die Westpol-Sendung vom 31.1.2010 wird deutlich, dass die Sprachförderung in NRW nur ein Anfang, aber unzulänglich ist.
Lehrerinnen und Lehrer konnten bisher keine Verbesserungen feststellen. Diese sind nur dann zu erwarten, wenn die Bedingungen der Förderung verbessert werden.
Es müssen mehr Fachkräfte in den Kitas und bessere Koopertionnen mit den Grundschulen möglich werden. Auf dieses zentrale Ergebnis der Landtagsanhörung vom 28.1.2010 wurde hingewiesen!
Montag, 1. Februar 2010
SPD nach Landtagsanhörung: Delfin hilft nicht sicher bei der Sprachförderung!
Die SPD-Landtagsfraktion weist nach der Landtags-Anhörung zu Sprachförderkonzepten (28.1.2010) darauf hin, dass es keine gesicherten Erkenntnisse darüber gibt, welche Sprachförderkonzepte überhaupt Erfolge zeigen. Wahrscheinlich schade Delfin 4 den Kindern nicht, aber ganz sicher hilft es auch nicht bei der Sprachförderung!
Diese Kritik hätten viele Sachverständige während der Anhörung vorgetragen. Gemeinsam sei jedoch die Einschätzung gewesen, dass sich die Rahmenbedingungen in den Tageseinrichtungen mit dem KiBiz verschlechtert hätten: "Das KiBiz gräbt dem Delfin das Wasser ab," lautete eine Feststellung.
Damit wird deutlich: Nicht nur das KiBiz sondern auch das Sprachförderkonzept in NRW muss auf den Prüfstand und vor allem müssten die Bedingungen für die Förderung der Entwicklung aller Kinder endlich verbessert werden!
Donnerstag, 28. Januar 2010
Landtag NRW: Sprachförderung neu organisieren!
Zu der Anhörung im jugendpolitischen Landtagsausschuss hat Frau Prof. Giebeler u.a. deutlich gemacht, dass es 3 zentrale Kritikpunkt an dem in NRW praktizierten Verfahren gibt:
1. Die Sprachstandserhebung ist nicht in der Lage, genaue Angaben für eine darauf folgende Sprachförderung zu geben.
2. Die Sprachförderung kann nicht adäquat in den Tageseinrichtungen umgesetzt werden.
3. Die Kinder sind auch mit der Förderung bei Eintritt in die Grundschule nicht hinreichend bzw. besser der deutschen Sprache mächtig.
Sie schlägt ein Verlassen des bisher eingeschlagenen Weges und damit eine völlige Neuorientierung vor, bei der die Qualität der Arbeit in den Tageseinrichtungen gefördert und die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Tageseinrichtung und Schule verbessert werden soll.
Diese Alternative greift auch Hinweise auf, die bereits bei der Diskussion um die Verbesserung der Förderung von Kindern, auch im Rahmen ihrer sprachlichen Entwicklung, vor der Einführung des Sprachstandsfeststellungsverfahrens Delfin 4 gegeben wurden.
Dienstag, 26. Januar 2010
Sprachförderung in NRW ist Vorbild für andere Bundesländer!?
Die Landesregierung ist mit dem Sprachförderungsansatz Vorbild für andere Länder. Der Ansatz sei auch in den nationalen Integrationsplan aufgenommen. Neben dieser Feststellung verwies der NRW-Familienminister in dem Interview vom 25.1.2010 darauf,
dass eine Evaluation über die Effekte der Sprachförderung erfolgen soll, dass mehr Geld für die Sprachförderung zur Verfügung gestellt worden sei und somit die Kritik an unzulänglichen personellen und finanziellen Voraussetzungen nicht begründet ist, dass die Fördersumme bei bestimmten Konstellationen durchaus auskömmlich sei.
Diese Einschätzungen sind in Frage zu stellen und werden auch bestimmt auch bei der am 28.1.2010 vorgesehenen Landtagsanhörung im Fokus der Betrachtung stehen.
Einige Anmerkungen: Grundsätzlich ist in Frage zu stellen, ob mit dem Verfahren überhaupt zutreffend Aussagen zur Sprachkompetenz und zum Sprachförderbedarf gemacht werden können, zumal überhaupt nicht alle für den Spracherwerb wesentlichen Aspekte berücksichtigt werden. Die lange geforderte Evaluation erst jetzt überhaupt zu erwägen, stellt die Sinnhaftigkeit des ganzen Unternehmens in Frage. Da sowieso beim ersten Durchgang eine Erprobungsversion zur Anwendung kam, stellen sich Fragen zur Verantwortlichkeit des Gesamtvorhabens. Der Hinweis darauf, dass die Sprachförderung ein Regelaufgabe sei, verdeckt, dass mit dem Kinderbildungsgesetz die Förderbedingungen drastisch verschlechtert und damit auch die Sprachfördermöglichkeiten eingeschränkt wurden. Auch wenn ein erhöhter Haushaltsansatz ausgewiesen wird, so ist überhaupt nicht sichergestellt, dass die Mittel auch für diesen Zweck ausgegeben wurden. Alleine im vergangenen Jahr wurden Mittel für die allgemeine Förderung der Betriebskosten für Tageseinrichtungen "abgezweigt". Die Zusatzförderregelung, nach der "auf freiwilliger" Grundlage Einrichtungen, in denen 4 bis 9 Kindern einen Sprachförderbedarf bestätigt bekommen haben, zusätzlich pro Kind 50 Euro erhalten, macht deutlich, dass die Mittel für eine umfassend verbesserte Sprachförderung nicht ausreichen.
Dass mit dem NRW-Ansatz etwas nicht stimmt wird u.a. daran deutlich: In der Stadt Gelsenkirchen erhalten 710 Kinder eine Sprachförderung. Davon haben 240 Kinder den Sprachtest jedoch bestanden!
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